Impressum auf Englisch

Was heißt Impressum auf Englisch? (nicht Imprint!)

Eine Frage, die mir als Fachübersetzer für Englisch immer wieder begegnet, lautet: Wie schreibt man Impressum auf Englisch? Es handelt sich bekanntermaßen um die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben, die auf jeder Website erscheinen müssen. Angenommen, Sie wollen eine englischsprachige Website aufbauen, wie soll die Impressum-Seite denn heißen?

  1. Impressum ist ein deutsches Konzept
  2. Auf Websites heißt Impressum nicht Imprint
  3. Imprint wird nur bei Druckmedien verwendet – aber auch dann anders
  4. Wie man Impressum auf Englisch richtig übersetzt

Impressum ist ein deutsches Konzept

Die Antwort lautet schlicht und ergreifend, dass es auf Englisch für Impressum keine einheitliche Bezeichnung gibt, weil es den Begriff von Impressum auch nicht gibt. Die gesetzliche Pflicht, auf einer Website ein Impressum anzugeben, besteht nämlich nur in den deutschsprachigen Ländern. In Deutschland z.B. wird diese durch das Telemediengesetz geregelt.

In den englischsprachigen Ländern existiert hingegen kein gesetzliches Pendant hierzu. Somit unterliegen Website-Betreiber in diesen Ländern keiner Impressumspflicht und haben dementsprechend keine Bezeichnung dafür. Schauen Sie einige Websites aus England oder den USA an, so stellen Sie fest, dass Angaben zum Urheber und zur verantwortlichen Person oft fehlen.

Doch die Impressums-Frage ist offensichtlich derart wichtig, dass ihr sogar der eigene Wikipedia-Artikel gewidmet ist. Wohl bemerkt, ein Artikel auf der englischsprachigen Wikipedia über den deutschen Begriff Impressum: . Die Frage muss geklärt werden. Also:

Auf Websites heißt Impressum nicht Imprint

Das ist doch einfach, wenden Sie ein: Man sieht doch oft auf englischsprachigen Websites den Begriff imprint – sogar Google Translate schlägt es vor. Das stimmt, imprint ist zwar in starkem Gebrauch als Übersetzung für Impressum, und hat fast für sich den Status der Standardübersetzung behauptet. Eine Umfrage aus dem Jahr 2017 stellte fest, dass 51% der Befragten die Bezeichnung verwendeten.

Trotzdem ist imprint als Übersetzung für Impressum falsch. Im Kontext des Webauftritts hat der Begriff imprint gar keine Bedeutung und löst bei englischen Muttersprachlern komplette Verwirrung aus. Das Erste, woran man beim Wort imprint denkt, ist ‚Aufdruck‘. Man rätselt nur, was für ein Aufdruck auf einer Website wohl gemeint sein könnte.

Und in der Tat entpuppen sich die vielen englischsprachigen Websites mit imprint in der Fußzeile als Auftritte von Firmen mit Sitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Gibt man ‚imprint website‘ als Suche in Google ein, sind die Ergebnisse fast ausschließlich aus Deutschland – ein klares Zeichen, dass die Sache nicht stimmt. Kurz gesagt: Imprint ist ‚Denglish‘.

Der imprint ist auch extrem hartnäckig. Das Unwort hat eine Eigendynamik entwickelt, denn einige deutschsprachige Firmen benutzen es, gerade weil es so viele andere bereits tun. Es hat sich inzwischen derart eingenistet, dass die englischsprachige Wikipedia für das englische Wort imprint sogar eine neue Weiterleitung angelegt hat – zum deutschen Begriff ‚Impressum‘! Leider bringt das nicht viel, zum Einen weil es zirkulär ist, und zum Anderen, weil es für uns native speakers immer noch eine Null-Aussage bleibt.

Imprint wird nur für Druckmedien verwendet – aber auch dann anders

Das englische Wort imprint bezieht sich richtigerweise nur auf Druckmedien. So ist das Missverständnis wohl auch entstanden. Da viele Wörterbücher für Impressum imprint angeben, auch ohne Verweis, dass dies ausschließlich auf gedruckte Medien zutrifft, wurde imprint vermutlich für ein generelles Pendant zu Impressum gehalten und auf Websites falsch übertragen. Doch wo nichts mehr aufgedrückt (imprinted) wird, bleibt der Sinn auf der Strecke.

Imprint bei Druckmedien wird meistens verstanden als ein Vermerk vorne in einem Buch bzw. in einer Zeitschrift, das Informationen zum Herausgeber liefert. Man könnte daraus schließen, dass zumindest für Druckmedien imprint richtig wäre. Aber auch hier täuscht man sich. Das Wort wird mit dieser Bedeutung in der englischsprachigen Welt eigentlich kaum verwendet, sondern ganz anders: Imprints sind quasi die verschiedenen Marken einer Verlagsgruppe. In deutsche Verhältnisse übertragen wären z.B. Nomos Verlag ein imprint von C. H. Beck, und Carl Heymanns Verlag einer von Wolters Kluwer.

Im Zusammenhang von Druckmedien findet man in einigen Artikel die Pauschalaussage: ‚Impressum heißt auf Amerikanisch masthead‚. Ebenfalls Fehlanzeige – wir haben ja schon festgestellt, dass es keine eins-zu-eins Entsprechung gibt.

Wenn man englischsprachige Bücher, Zeitschriften oder Broschüren anschaut, steht, wo auf Deutsch ‚Impressum‘ stünde, normalerwiese rein gar nichts. In der Regel stehen die Verleger-Informationen alleine ohne Überschrift. Ohne ‚imprint‘, ohne ‚masthead‘. Schauen Sie in ein englisches Buch selbst.

Wie man Impressum auf Englisch richtig übersetzt

Wir haben also mit der falschen Übersetzung aufgeräumt, wissen aber immer noch nicht, was man für Impressum alles sagen kann. Auch wenn in England und Amerika keine Impressumspflicht herrscht, müssen Sie ja schließlich auf Ihrer englischsprachigen Website in Deutschland immer noch ein Impressum angeben. Wie soll es denn richtig heißen?

Diverse Wendungen kommen in Frage. Persönlich finde ich für die Website am besten legal notice. Folgende Begriffe sind für Websites gängig und funktionieren alle:

  • Legal notice
  • Legal disclosure
  • Legal information
  • Site information
  • About this site

Imprint = FALSCH
Legal notice = richtig

Siehe auch:

https://allcodesarebeautiful.com/impressum-auf-englisch-imprint-falsche-uebersetzung/
Wie übersetzt man Impressum? Part 1 – Martin Crellin – Englische Werbetexte, Copywriting, Translation, Übersetzungen deutsch englisch
Wie übersetzt man Impressum? Part 2. Take 2. – Martin Crellin – Englische Werbetexte, Copywriting, Translation, Übersetzungen deutsch englisc

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